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Im Jahre 1950 wurde durch die Bundesbahn beschlossen neue Elektrolokomotiven zu beschaffen. Diese Loks sollten je nach Ausführung im Schnellzugverkehr, im Güterverkehr und im leichten Nahverkehr eingesetzt werden. Weiterhin wurde eine sechsachsige Güterzuglok entwickelt. Kennzeichnend für all diese Loks war die Verwendung von weitgehend standardisierten Bauteilen.



VerwendungBaureihe
SchnellzuglokE 10
GüterzuglokE 40
NahverkehrslokE 41
sechsachsige GüterzuglokE 50

Baureihe E10 spätere 110

1952 wurden die fünf Vorserienloks E 10 001–E 10 005 ausgeliefert. Mit ihrer Hilfe wurden unterschiedliche Antriebe und deren Steuerung getestet aber auch die Lokform unterschied sich bei den Prototypen. Ab Ende 1956 wurden dann die Loks der Serie ausgeliefert, beginnend mit der E 10 101. Zusammen mit den Vorserienloks wurden insgesamt 416 E 10 produziert, die sich aber durchaus voneinander unterschieden. 1969 wird die letzte Lok die 110 510 in Dienst gestellt.

Der Einsatz der 110 erfolgte im Fern- und Schnellzugbereich, sie waren im gesamten Inland aber auch im benachbarten Ausland anzutreffen. In diesem hochwertigen Dienst wurden sie dann ab 1970 durch die Baureihe 103 nach und nach abgelöst. 1994 erfolgte dann die endgültige Zuordnung zu DB Regio. Im Sommer 1997 wurden dann die ersten Lokomotiven mit einer konventionellen Wendezugsteuerung ausgerüstet.



Ordnungsnr.BauserieLokkastenformbesondere Merkmale
001 - 005 VorserieVorserienloks
101-215 E 10.1EinheitskastenformGroße Einzelleuchten
216-287 E 10.2Einheitskastenform2 kleinere Leuchten (Spitzen/Schlußlicht)
288-510 E 10.3Bügelfalten-Front2 kleinere Leuchten (Spitzen/Schlußlicht)

Die Baureihe 110 im Vergleich

110 210 mit den ursprünglichen großen Lampen in Köln Hbf. (Januar 2010) 110 158 eine Kastenlok mit umgebauten Schweinwerfern. Ausfahrt in Köln Hbf. (April 2004) Bügelfaltenfront an der 110 374. Einfahrt in Wuppertal Hbf.




















Fotogalerie der Baureihe 110

(Durch Klicken auf die Vorschaubilder, öffnet sich ein größeres Foto mit Informationen zur jeweilig gezeigten Lok.)

Die Museumslok E10 121

110 169 von DB-Systemtechnik

Die Baureihe 110 im Einsatz

Weiterentwicklungen und Unterbauarten


Baureihe E 10.12


Um Lokomotiven der Baureihe E10 mit einer höheren Geschwindigkeit fahren zu können, wurden die Loks 239 – 244 mit umgebauten Drehgestellen ausgerüstet. Sie waren damit in der Lage bis zu 160 km/h schnell zu fahren und standen damit als Zuglok für den TEE Rheingold zur Verfügung. Der ursprünglichen Ordnungsnummer wurde die Ziffer 1 vorangestellt, so dass sich folgende Nummern ergaben. E10 1239 – E10 1244.

Etwas später folgten dann die Loks E10 1265 bis E10 1270 und E10 1308 bis E10 1312, die völlig neu entwickelte Drehgestelle, ebenfalls für eine Geschwindigkeit von 160 km/h , bekamen. Die Loks 1239- 1244 wurden wieder zur normalen E10 zurückgebaut.


Baureihe 112


Die 11 Lokomotiven die bisher zur Baureihe E10.12 gehörten, bekamen dann Ende der 60er die Baureihenbezeichnung 112, ihre Ordnungsnummer behielten sie dabei. In diesem Zeitraum wurden auch 20 weitere Lokomotiven gebaut, die dann direkt als 112 485 bis 112 504 in Dienst gestellt wurden. Sie besaßen allerdings wenig belastbare umgebaute Seriendrehgestelle.


Baureihe 114


Bei den Lokomotiven 112 485 – 112 504 musste auf Grund der nicht geeigneten Drehgestelle die Höchstgeschwindigkeit auf 140 km/h gesenkt werden. Um sie besser von den schnellfahrenden 112er unterscheiden zu können, wurden sie in die Baureihe 114 überführt. Dies passierte im Jahr 1988. Im Verlauf der nächsten Jahre musste die Höchstgeschwindigkeit weiter auf 120 km/h abgesenkt werden, kurz darauf erfolgte dann die endgültige Abstellung. 1991 wurden diese 20 Loks wieder in 110 zurückgebaut, dies passierte unter Verwendung von Drehgestellen der ersten und zweiten Bauserie. Diese wiederum bekamen teilweise Drehgestelle ausgemusterter Maschinen der Baureihe 140 und wurden als Baureihe 139 weiter im Bestand geführt.


Baureihe 113


1991 wurden dann die verbliebenen 11 Lokomotiven der Baureihe 112 umgezeichnet in die Baureihe 113, die erfolgte im Rahmen des gesamtdeutschen Nummerschemas. Die Loks der damaligen DR Baureihe 212 tragen seitdem die Bezeichnung 112. Aktuell sind noch 3 Loks im Einsatz bei DB AutoZug und DB Regio.


Die Baureihe 113

113 267 ist alleine In Köln unterwegs (April 2010) 113 309 vor einem IC in Köln Hbf. (April 2010)











Baureihe 115

Als Baureihe 115 werden Loks der Baureihe 110 bezeichnet, die von DB Regio an DB AutoZug abgegeben wurden. Aktuell sind noch 14 Maschinen im Bestand.


Die Baureihe 115

115 293 vor einem Autoreisezug in Hamburg Hbf. (Juni 2009) 115 346 fährt ihren Autoreisezug von Düsseldorf nach Alessandria. Fotografiert in Brühl. (Juni 2012)











BaureiheOrdnungsnummern
110 DB Systemtechnik:
110 169
110 DB Regio:
300, 401, 406, 409, 410, 416, 418, 427, 428, 431, 432, 434, 435, 436, 437, 438, 441, 446, 456, 457, 469, 483, 484, 489, 491, 493
110DB Hist. Verkehr:
468, 488
113 DB Autozug:
267, 268, 309
115DB Autozug:
114, 198, 205, 209, 261, 278, 293, 346, 350, 383, 448, 459, 509,
115Museumslok
152
Lok-NummerDatum
110 32603.07.2012
110 40230.01.2013
110 41508.10.2012
110 42903.08.2012
110 44902.10.2012
110 47005.10.2012
110 48007.12.2012
110 48706.12.2012
110 49731.01.2013
Lok-NummerDatum
115 16608.10.2012
115 30705.10.2012
110 33209.10.2012

Copyright © 2012 Jürgen Brauner