Text: ICE

Der ICE 1

Der Anfang

Mitte der 70‘er Jahre fiel bei der damaligen DB die Entscheidung einen Hochgeschwindigkeitsverkehr zu planen und einzuführen. Dieser Verkehr sollte in erster Linie auf den beiden sich in Planung bzw. im Bau befindlichen Neubaustrecken abgewickelt werden, sie wurden für eine Geschwindigkeit von 250 - 280 km/h ausgelegt.
Zur Erprobung wurde ein Versuchsfahrzeug, das aus zwei Triebköpfen und drei Mittelwagen bestand gebaut, ICE-V InterCityExperimental .
Dieser Zug hatte die Eignung von Eisenbahnfahrzeugen für den Hochgeschwindigkeitsverkehr in den Jahren seines Einsatzes nachgewiesen, so dass eine Serienausführung des ICE geplant und bestellt wurde. Die Bestellung erfolgte im Jahr 1988 und umfasste zunächst 41 Züge, der erste Triebkopf 401 001 wurde scho n ein jahr später, im September 1989 an die Bundesbahn ausgeliefert.


Planeinsätze

Der Fahrplanwechsel im Sommer 1991 bescherte den ersten ICE – Zügen dann Ihren Einsatz im Plandienst, zunächst nur auf der Strecke Hamburg-Fulda-Frankfurt-Stuttgart-München später im Fahrplanjahr dann auch die Strecke Hamburg – Fulda-Würzburg-München.
Im Zeitraum des Fahrplans 1992/1993 erfolgte dann die Lieferung von 19 weiteren nachbestellten ICE-Zügen, und somit auch eine Ausweitung der Einsatzbereiche. Dabei hatte die Nord-Süd-Relation immer einen hohen Stellenwert.


Die Flotte

Insgesamt bestand damit die ICE-1 Flotte aus 120 Triebköpfen und 694 Mittelwagen. Die Zugbildung sieht wie folgt aus: Zugspitze und Zugschluss bilden je ein 4800 kW starker Triebkopf der Baureihe 401.0 oder 401.5. Standardmäßig verkehren zwei mit gleicher Ordnungsnummer, also z.B. (401 001 und 401 501). Der ICE 1 besitzt keine durchgehende Hochspannungsleitung, deshalb fahren die Triebköpfe jeweils mit gehobenem Stromabnehmer.
Seit Mai 1993 verkehrten die ICE -1 auch bis Basel die hierfür vorgesehenen Triebzüge 172 - 190 besitzen das sogenannte Schweiz-Paket.(zusätzliche Stromabnehmer und das schweizerische Zugsicherungssystem). Neben den Triebköpfen besteht der ICE-1 aus 12-14 Mittelwagen, wobei es keine feste Vorgabe für die Anzahl gibt. In der Regel immer vorhanden sind der Restaurantwagen und der Wagen mit Sondereinrichtungen, der Restaurantwagen trennt stets den Wagensatz der 1. Klasse und beginnend mit dem direkt an den Restaurantwagen anschließenden Wagen mit Sondereinrichtungen-den Zugteil der 2. Klasse. Um eine hohe Verfügbarkeit zu gewährleisten wird der gesamte Zugverband in zwei Halbzügen disponiert, von denen jeder aus einem Triebkopf und fünf bis sechs Mittelwagen besteht. Bei Fahrzeugmangel kann es vorkommen, dass unterschiedliche Halbzüge zu einem intakten Zug zusammengekuppelt werden. Dieser Zugverband wird dann solange gefahren bis eine Möglichkeit besteht die Züge wieder „Triebzugrein“ zu koppeln.

Beim Defekt eines Triebkopfs wird gegebenenfalls ein „fremder“ Triebkopf im Zugverband eingesetzt wird. Es kann sich dabei um Triebköpfe der Baureihen 401.0, 401.5 oder 402 handeln Die Triebköpfe des ICE2 sind mit denen des ICE 1 kompatibel.

Alte Lackierung

An dem linken Wagen befindet sich noch die alte Lackierung.
(Juli 2006 in Hamburg-Eidelstedt)

Die hohe Nachfrage der Bahnkunden nach Fahrten mit dem ICE machte 1995 nötig 26 weitere 2.Klasse-Wagen nachzubestellen. Diese wurden in den Auftrag für den ICE-2 integriert. Die Züge erreichen eine durchschnittliche Jahreslaufleistung von 500.000 km, so daß alle drei Jahre eine Hauptuntersuchung durchgeführt wird. Bei den zwischen 1998 und 2000 stattfindenden Hauptuntersuchungen mit Anstrich (IS 703) verloren die ICE den pastellvioletten Zierstreifen, der früher unter dem orientroten Streifen angebracht war, der selber wiederrum verkehrsrot wurde.


Redesign

2006, die ersten ICE waren 15 Jahre im Einsatz, entschied die DB die ICE-1 Züge komplett zu modernisieren. Dies erfolgte in Nürnberg. Folgende Arbeiten wurden dabei erledigt:

  • Einbau von neuen Drehgestellrahmen in den Triebköpfen
  • Neuverkabelung und Einführung eines elektronischen Sitzplazreservierungsystems
  • Instandsetzung der Bremsen und Klimaanlagen sowie der Toiletten
  • Einbau von neuen Sitzen mit Laptop Steckdosen (dadurch sind pro Wagen 5-8 Sitze zusätzlich vorhanden) und neuer Fussbodenbeläge.

Die Telefonzellen und Schließfächer wurden nicht wieder eingebaut, da sie auch nicht mehr zeitgemäß waren.Auch die Bord-Restaurants bekamen eine neue Inneneinrichtung

Die ICE 1 sind seit ihrer Indienststellung in einem eigens für sie gebauten Betriebshof in Hamburg-Eidelstedt beheimatet. Seit 2002 bietet die DB interessierten Städten Patenschaften für ICE´s an, dabei wird der Städtenamen und das Stadtwappen am Zug angebracht.


Übersicht aller ICE1 Triebzüge


Tz101 Gießen Tz102 Tz103 Neu Isenburg
Tz104 Mühldorf a. Inn Tz105 Offenbach am Main Tz106 Itzehoe
Tz107 Plattling Tz108 Lichtenfels Tz109 Aschaffenburg
Tz110 Gelsenkirchen Tz111 Nürnberg Tz112 Memmingen
Tz113 Frankenthal/Pfalz Tz114 Friedrichshafen TZ115 Regensburg
Tz116 Pforzheim Tz117 Hof Tz118
Tz119 Osnabrück Tz120 Lüneburg
Tz151 Unfallzug von Eschede Tz152 Hanau Tz153 Neumünster
Tz154 Flensburg Tz155 Rosenheim Tz156 Heppenheim/Bergstraße
Tz157 Landshut Tz158 Gütersloh Tz159 Bad Oldesloe
Tz160 Mülheim an der Ruhr Tz161 Bebra Tz162 Gneisenheim/Rheingau
Tz163 Tz164 Tz165
Tz166 Gelnhausen Tz167 Garmisch-Partenkirchen Tz168 Crailsheim
Tz169 Worms Tz170 Tz171 Heusenstamm
Tz172 Tz173 Tz174 Zürich
Tz175 Tz176 Bremen Tz177 Basel
Tz178 Bremerhaven Tz179 Tz180
Tz181 Interlaken Tz182 Rüdesheim am Rhein Tz183 Timmendorfer Strand
Tz184 Bruchsal Tz185 Freilassing Tz186
Tz187 Fulda Tz188 Hildesheim Tz189 Castrop Rauxel
Tz190 Ludwigshafen am Rhein

Die Technik

Jeder Triebkopf besitzt 4 Drehstromasynchronmotoren mit einer Gesamtleistung von 4800 kW, die reicht aus um die Höchstgeschwindigkeit von 280 km/h zu erreichen. Bei den benötigten Umrichtern, sie wandeln den Wechselstrom der Fahrleitung in Drehstrom um, wurden zunächst die klassischen Thyristoren verbaut (401 001/501 bis 401 020/520) die folgenden Züge erhielten GTO-Umrichter, die einen besseren Wirkgrad besitzen und außerdem deutlich günstiger sind. Ausgestattet sind die ICE mit dem Diagnose, Aufrüst- und Vorbereitungsdienst mit integriertem Display (DAVID) Die folgenden wesentlichen Prozesse sind in DAVID integriert:

  • Vorbereitung des Zugs incl. Bremsprobe
  • Die zentrale Weg-und Geschwindigkeitserfassung (ZWG)
  • Die automatische Fahr-Brems-Steuerung (AFB)
  • Die Antriebssteuergeräte (ASB)

Insgesamt zehn Rechnergruppen sind in jedem Triebkopfintegriert, der Datenaustausch findet im ICE-1 über Glasfaserkabel statt. Für die Datenübertragung ist das Zugsteuergerät ZSG verantwortlich. Stets werden auch Fehlerdaten an den Lokführer gemeldet, die teilweise auch direkt an das Betriebswerk übermittelt werden, so daß dort eine zeitoptimierte Wartung und Reparatur erfolgen kann.


Unfälle und Ausmusterungen

3.Juni 1998
Unfall Eschede Ausmusterung des Triebzuges 151 mit Ausnahme von 401 051

Alte Lackierung

401 051 war im Juli 2006 in Wuppertal unterwegs.

22.11.2001
Triebkopf 401 020 brannte im Bahnhof Offenbach komplett aus





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