Text: ICE

Der ICE 2

Das Konzept

In den Jahren nach der deutschen Wiedervereinigung wuchs auch das Fernverkehrsnetz der Bundesbahn, und somit auch der Bedarf an modernen Zügen. Diese neu anzuschaffenden Züge sollten allerdings flexibler einsetzbar sein, sprich in Zeiten oder auf Strecken mit hoher Auslastung entsprechend viel Platzkapazität bieten , bei geringer Auslastung sollte eine Zugverkürzung möglich sein. Auch am hohen Zuggewicht der ICE 1 sollte es Einsparungen geben. So entstand das Konzept der zwei Halbzüge des ICE 2, jeder davon besteht aus einer achtteiligen Einheit mit einem Triebkopf an der einen und einem unmotorisierten Steuerwagen. Zwei Halbzüge können zu einem Vollzug über eine Scharfenbergkupplung gekuppelt werden. Im Dezember 1993 wurden 44 Halbzüge bestellt, zusätzlich noch 2 Triebköpfe und einen Steuerwagen als Reserve. Die Anzahl der bestellten Wagen belief sich auf 290.


Baureihenbezeichung

  • 402 Triebköpfe
  • 805 1. Klasse Wagen
  • 806 2.Klasse Wagen
  • 807 Restaurant/Bistrowagen mit Zugbegleiterabteil und behindertengerechtes WC
  • 808 Steuerwagen

Mit dem Winterfahr plan 1996/97 nahmen dann die ersten ICE 2 den planmäßigen Verkehr auf, allerdings noch ohne Steuerwagen , die erst im Jahre 1997 ausgeliefert werden. Den ersten Flügelzugeinsatz gibt es 1998 auf der Strecke von Berlin nach Düsseldorf und Köln/Bonn. Die Züge fahren von Berlin bis Hamm als Vollzug, nach der Teilung fährt ein Halbzug durch das Ruhrgebiet nach Düsseldorf , der andere über Hagen und Wuppertal nach Köln/Bonn.

Die Triebköpfe der ICE 2 sind abwärtskompatibel zu den Triebköpfen der ICE 1, dadurch sind die beiden Reserveköpfe auch in ICE 1 Zügen einsetzbar. Optisch unterscheiden sich die Köpfe durch die Bugklappe der ICE 2 und den etwas anders angeordneten Schweinwerfern. Hinter der Bugklappe verbirgt sich die Scharfenberg-Kupplung, Sind zwei Halbzüge zusammengekuppelt, gibt es wie beim ICE 1 keine durchgehende Hochspannungsleitung, so dass auch beim ICE 2 beide Triebköpfe aufgebügelt verkehren.
Ausgelegt sind die Züge für eine Höchstgeschwindigkeit von 280 km/h. Ein Zug mit voranfahrendem Steuerwagen ist wesentlich windanfälliger, deshalb gilt auf solchen Streckenabschnitten eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 200 km/h. Mittlerweile sind aber die meisten betroffenen Strecken mit Schutzwänden abgesichert worden.


Beheimatet sind die Züge zunächst in München und seit 2000 in Berlin Rummelburg.


Redesign

Auch die ICE 2 bekamen mittlerweile das ReDesign, der erste Zug (Tz 232) begann im Oktober 2010 und wurde im Februar 2011 fertiggestellt. Wesentliche Veränderungen:

  • Einbau von neuen Fußbodenbelägen und neuen Sitzen mit Steckdosen an allen Doppelsitzen
  • Erweiterung des Sitzplatzangebotes um 13 Plätze pro Halbzug
  • Verbesserte Ablagemöglichkeiten für das Gepäck
  • Einbau von 3 Monitoren in den Fahrgasträumen für das FIS (Fahrgast-Informations-System)

Übersicht aller ICE2 Triebzüge

Tz201 Rheinsberg Tz202 Wuppertal Tz203 Cottbus
Tz204 Bielefeld Tz205 Zwickau Tz206 Magdeburg
Tz207 Stendal Tz208 Bonn Tz209 Riesa
Tz210 Neuruppin Tz211 Uelzen Tz212 Potsdam
Tz213 Nauen Tz214 Hamm(Westf.) Tz215 Bitterfeld-Wolfen
Tz216 Dessau Tz217 Bergen auf Rügen Tz218 Braunschweig
Tz219 Hagen Tz220 Meiningen Tz221 Lübbenau/Spreewald
Tz222 Eberswalde Tz223 Schwerin Tz224 Saalfeld(Saale)
Tz225 Oldenburg Tz226 Lutherstadt Wittenberg Tz227 Ludwigslust
Tz228 Altenburg Tz229 Templin Tz230 Delitzsch
Tz231 Brandenburg an der Havel Tz232 Frankfurt(Oder) Tz233 Ulm
Tz234 Minden(Westf) Tz235 Görlitz Tz236 Jüterborg
Tz237 Neustrelitz Tz238 Saarbrücken Tz239 Essen
Tz240 Bochum Tz241 Bad Hersfeld Tz242 Quedlinburg
Tz243 Bautzen Tz244 Koblenz





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