Text: ICE

Der ICE 3

Das Konzept

Mit dem Wunsch auf den Schnellfahrstrecken eine Reisegeschwindigkeit von 300 km/h zu fahren war die Beschaffung einer neuen leistungsstarken Zuggarnitur nötig, auf Grund der guten Erfahrungen mit dem Konzept der ICE 2 sollte dieser neue Zug auch als kuppelbarer Halbzug entwickelt werden. Neu war das bei diesen ICE 3 der Antrieb nicht mehr in ein oder zwei Triebköpfen zentriert war sondern die Antriebsaggregate wurden über den gesamten Zug verteilt Die Erprobung der neuen Konzepte erfolgte mit umgebauten Triebköpfen des ICE 2 (402 013 und 402 014) sowie drei Mittelwagen die mit jeweils vier 500 kW starken Motoren ausgestattet waren, einem Messwagen und den Mittelwagen des Triebzug 13.Nach den positiv verlaufenen Erprobungen bestellt die Bundesbahn 1994 50 ICE 3 Züge, 4 weitere wurden von der Niederländischen Staatsbahn für den Verkehr von Amsterdam über Köln nach Frankfurt bestellt.
37 sind Einstromsystem-Züge der Baureihe 403 mit einem Einsatzgebiet in Deutschland und Österreich, und 13 Züge wurden in einer Viersystemvariante Baureihe 406 bestellt. Die Züge bestehen aus acht Wagen, jeweils vier davon stellen eine eigene Traktionseinheit dar. Alle Antriebsbestandteile sind unterflur angeordnet. Entwickelt wurde die Baureihe 403 tauglich für das Stromsystem 15 kV/16,7 Hz und die Baureihe 406 für die Wechselströme 15 kV/16,7 Hz und 25 kV/50 Hz sowie den Gleichspannungen 1,5 kV und 3 kV. Angeschafft wurden 50 Züge der Baureihe 403 und 17 Züge der Baureihe 406, davon gehören 4 der Niederländischen Staatsbahn.

Baureihenbezeichung

Die Züge bestehen aus folgenden Waggons

  • Endwagen 1.Klasse 403.0 bzw. 406.0
  • Trafowagen 1.Klasse 403.1 bzw. 406.1
  • Stromrichterwagen 1.Klasse 403.2 bzw. 406.2 Die Wagen 403.2 wurden 2002 in 2. Klasse umgebaut.
  • Mittelwagen / Restaurant / Bistro 403.3 bzw. 406.3
  • Mittelwagen 2.Klasse 403.8 bzw. 406.8
  • Stromrichterwagen 2.Klasse 403.7 bzw. 406.7
  • Trafowagen 2.Klasse 403.6 bzw. 406.6
  • Endwagen 2.Klasse 403.5 bzw. 406.5

Die technik

Die Stromabnahme bei den Zügen der BR 403 erfolgt durch die beiden Stromabnehmer auf den Trafowagen, die über eine Hochspannungsleitung im Dachbereich miteinander verbunden sind. Auf den Zügen der Baureihe 406 sind sechs Stromabnehmer montiert.

  • Wechselstrom-Pantographen DB ÖBB auf 406.1 und 406.6
  • Gleichstrom-Pantographen NS SCNB SCNF auf 406.2 und 406.5
  • Wechselstrom-Pantographen SBB SNCB SNCF auf 406.3 und 406.4

Angetrieben werden die Endwagen und die Stromrichterwagen durch jeweils vier Drehstrom-Asynchronmotoren mit eine Leistung von 500 kW. Auch bei den Bremsen besitzt der ICE 3 eine neue Technologie, er ist das erste Serienfahrzeug das über eine Wirbelstrombremse verfügt, bei der Magnete ein Magnetfeld aufbauen, das den Zug abbremst ohne mechanische Reibung. Eingebaut ist diese Bremse in den Laufdrehgestellen, sie wird bei Geschwindigkeiten über 150 km/h wirksam. Zusätzlich sind elektrische Generatorbremsen mit Netzrückspeisung in den angetriebenen Wagen und die Scheibenbremsen im Zug vorhanden. Diese werden erst kurz vor dem Stillstand des Zuges oder im Notfall aktiv.
Die Endwagen verfügen über Bugklappen, hinter denen sich automatische Scharfenbergkupplungen befinden. Gekuppelt werden hier im Regelfall Züge der Baureihen 403 oder 406 untereinander aber auch die Kupplung eines 403 mit einem 406 ist möglich.
Die Triebzüge der Baureihe 403 sind in München Süd stationiert, die der Baureihe 406 sind seit 2000 in Frankfurt(Main).
Die Züge verfügen natürlich auch über die entsprechenden Zusicherungssysteme und sind für das kommende ETCS vorgesehen.


Die Einsätze

Die ersten Einsätze fanden zur EXPO 2000 in Hannover statt, fast zeitgleich erfolgte auch die Nachbestellung von dreizehn weiteren Zügen der Baureihe 403, die 2004 geliefert und 2005 nach einigen Nachbesserungen in die Umläufe kamen. Optisch erkennt man sie an den kleineren Aufbauten der Klimaanlagen.2007 wurde die Hochgeschwindigkeitsstrecke Paris-Süddeutschland eröffnet. Auf dieser Strecke verkehren französische TGV und deutsche ICE. Dazu wurden in den Jahren 2006 und 2007 insgesamt sechs ICE 3 so umgebaut, dass sie die Bauartzulassung in Frankreich bekamen. Folgende wesentlichen Veränderungen wurden durchgeführt:

  • Einbau der französischen Zugsicherungseinrichtungen
  • Einsatz der Wirbelstrombremse erst bei Geschwindigkeiten über 220 km/h
  • Automatisches Erkennen und Überfahren von Oberleitungstrennstellen
  • Die Spoiler der Triebköpfe wurden verändert um Schotterflug bei den hohen gefahrenen Geschwindigkeiten zu vermeiden
  • Veränderte Türsteuerung

Übersicht aller ICE3 Triebzüge Baureihe 403

Tz4301 Freiburg im Breisgau Tz4302 Hansestadt Lübeck Tz4303 Dortmund
TZ4304 München Tz4305 Baden Baden Tz4306
Tz4307 Oberhausen Tz4308 Tz4309 Aalen
Tz4310 Wolfsburg Tz4311 Wiesbaden Tz4312 Montabaur
Tz4313 Treuchtlingen Tz4314 Bergisch Gladbach Tz4315 Singen(Hohentwiel)
Tz4316 Siegburg Tz4317 Recklinghausen Tz4318 Münster
Tz4319 Duisburg Tz4320 Tz4321 Krefeld
Tz4322 Solingen Tz4323 Schaffhausen Tz4324 Fürth
Tz4325 Ravensburg Tz4326 Neunkirchen Tz4327 Siegen
Tz4328 Aachen Tz4329 Tz4330 Göttingen
Tz4331 Westerland/Sylt Tz4332 Augsburg Tz4333 Esslingen am Neckar
Tz4334 Offenburg Tz4335 Konstanz Tz4336 Ingolstadt
Tz4337 Stuttgart
Tz4351 Herford Tz4352 Mönchengladbach Tz4353
Tz4354 Tz4355 Tz4356
Tz4357 Tz4358 St. Ingbert Tz4359 Leverkusen
Tz4360 Linz am Rhein Tz4361 Celle Tz4362 Schwerte(Ruhr)
Tz4363 Tz4364 Tz4365

Übersicht aller ICE3 Triebzüge Baureihe 406

Tz4601 Tz4602 Tz4603 Mannheim
TZ4604 Tz4605 umgebaut in 4680 Tz4606 umbebaut in 4683
Tz4607 Hannover Tz4608 umgebaut in 4681 Tz4609 umbebaut in 4682
Tz4610 Frankfurt/Main Tz4611 Düsseldorf Tz4612 umgebaut in 4684
Tz4613 umbebaut in 4685
Tz4651 Amsterdam Tz4652 Arnhem Tz4653
TZ4654

Die frankreichtauglichen Züge:

Tz4680 Würzburg Tz4681 Tz4682 Köln
TZ4683 Limburg an der Lahn Tz4684 Forbach Lorraine Tz4685 Schwäbisch Hall

Unfälle / Ausmusterungen

Am 09.07.2008 entgleiste der Tz 310 kurz hinter dem Kölner Hbf. im Weichenfeld vor der Hohenzollern-Brücke. Ursache war der Bruch einer Radsatzwelle im Wagen 403 710. Für alle Reisenden ging der Unfall glimpflich ab. Als Folge aus diesem Unfall mussten alle Achsen des ICE 3 nach 120.000 km Laufleistung per Ultraschall untersucht werden, statt wie vorher alle 300.000 km Für Achsen die aus dem gleichen Material, wie die gebrochene bestanden, wurde der Kilometergrenzwert auf 60.000 km festgelegt. Dadurch hatten 61 Triebzüge der Baureihen 403/406 ihre Grenzwerte überschritten und mussten ad hoc abgestellt und untersucht werden. Am 20.07.2008 waren alle Züge untersucht, es wurden keine Auffälligkeiten festgestellt.
Im Oktober 2008 wurde bei der Untersuchung einer ICE-T Achse ein Anriss festgestellt, dies führte zu einer weiteren Laufkilometerbegrenzung. Die Grenzwerte wurden auf 60.000 km für die ICE 3 und auf 30.000 km für die ICE T festgelegt. Die hieraus resultierenden Abstellungen und Untersuchungen führten zu zahlreichen Zugausfällen, bzw. Zugverkürzungen, die Folgen waren bis zum Sommer 2009 zu spüren.

Die Baureihe 407

Bei der Baureihe 407 Velaro D (das D steht für die deutsche Version) handelt es sich um eine Weiterentwicklung des ICE 3. Im Dezember 2008 bestellte die Deutsche Bahn 15 achtteilige Velaro bei der Siemens AG, im Frühjahr 2011 wurde ein weiterer Zug nachbestellt, als Ersatz für einen verunfallten ICE 3 Einen 17. ICE, mit Drehstrom-Synchronmotoren, soll die Deutsche Bahn aufgrund der eingetretenen Lieferverzögerungen an Stelle einer Konventionalstrafe kostenlos erhalten Die Auslieferung der Züge war ursprünglich ab 2011 geplant und wurde zunächst auf Dezember 2012 verschoben. Wegen Softwareproblemen verzögert sich die Auslieferung weiter.
Bei den Zügen wird die Hälfte Prozent aller Drehgestelle angetrieben, dadurch ergibt sich eine deutlich höhere Anfahrzugkraft im Vergleich zu den ICE-Zügen mit Triebköpfen. Es handelt sich bei der Baureihe um Viersystemzüge, die im Verkehr in Deutschland, Frankreich und Belgien zum Einsatz kommen sollen. Ebenfalls geplant ist der Einsatz nach England mit Passage durch den Eurotunnel. Beim Betreib mit Wechselstrom erreicht der Velaro eine Höchstgeschwindigkeit vom 320 Km/h bei Gleichstrombetrieb eine von 220 km/h. Der Antrieb erfolgt durch Asynchron-Drehstriommotoren. Die Baureihe 407 verfügt wie die ICE 3 über Wirbelstrombremsen, sowie über generatorische Bremsen und Scheibenbremsen.
Die Bugklappen, hinter denen sich die Kupplung verbirgt, öffnen nicht mehr vertikal sondern horizontal. Kuppelbar sind sie mit den Zügen der Baureihen 403 und 406 und 407.

Baureihenbezeichung

Die Züge bestehen aus folgenden Waggons

  • Endwagen 1.Klasse (mit Antrieb)
  • Trafowagen 1.Klasse (mit Stromabnehmer für Gleichstrom)
  • Stromrichterwagen 1.Klasse und Bistro-Bereich. (mit Antrieb)
  • Mittelwagen 2. Klasse Zugchefabteil, Behindertengerechte Toilette (mit Stromabnehmer für Wechselstrom)
  • Mittelwagen 2.Klasse (mit Stromabnehmer für Wechselstrom)
  • Stromrichterwagen 2.Klasse (mit Antrieb)
  • Trafowagen 2.Klasse (mit Stromabnehmer für Gleichstrom)
  • Endwagen 2.Klasse (mit Antrieb)

Hinter den Führerständen gibt es keine Lounge mehr sondern einen Technikraum.





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