ICE Triebzüge

Übersicht

Die Geschichte der ICE´s begann im Jahr 1983, die damalige Bundesbahn einen „InterCity Experimental“ (ICE-V, das „V“ stand für Versuch)in Auftrag. An der Entwicklung und dem Bau dieses Prototypen waren zahlreiche Unternehmen beteiligt, darunter auch die ganz großen im Bereich des Lok und Wagenbaus wie Siemens, Thyssen-Henschel, Krupp, Krauss-Maffei, Duewag und die AEG.


Gebaut wurde ein fünfteiliger Versuchszug, der im Rahmen zahlreicher Versuchsfahrten getestet wurde. Im November 1985 überschritt er erstmals die 300-km/h-Grenze, am 1. Mai 1988 fuhr er mit einer Spitzengeschwindigkeit von 406,9 km pro Stunde einen damaligen Weltrekord.


Der ICE 1

Der ICE-V bot dann die Grundlage für die Entwicklung eines Serienzuges, dem ICE-1. Dabei etablierte sich Siemens als einer der wichtigsten Zulieferer. Das Unternehmen fertigte unter anderem die Fahrmotoren, Transformatoren, Fahr- und Bremsschalter sowie die Kondensatoren. Es entstand ein hochmodernes Schienenfahrzeug, das mit Drehstrommotoren, digitaler Antriebssteuerung und einem neuen Bremssystem ausgestattet war. Seit Juni 1991 sind die Züge, die aus zwei Triebköpfen und in der Regel zwölf Mittelwagen bestehen, unterwegs und das mit einer Höchstgeschwindigkeit von 280 Kilometer pro Stunde. Die Einführung des ICE-1 bedeutet aber auch den Abschied von lokbespannten Zügen im Fernverkehr.


Der ICE 2

Mitte der Neunziger Jahre wurde dann der ICE-2 vorgestellt , der aus zwei kuppelbaren Halbzügen besteht . Die Halbzüge, die aus einem Triebkopf, sechs Mittelwagen und einem Steuerwagen bestehen, können mit Hilfe einer Scharfenberg-Kupplung in kurzer Zeit gekuppelt bzw. getrennt werden. Beim ICE 2 wurde das Konzept der Doppeltraktion verfolgt, das die Bahn auch bei allen späteren ICE realisierte. Zwei Züge können miteinander gekuppelt werden, was einen nachfragegerechten Einsatz auch auf weniger stark befahrenen Strecken sichert. Für die Ost-West-Verbindung zwischen Berlin und der Region Rhein-Ruhr beschafft, bedient die zweite ICE-Generation die beiden Hauptstrecken ab Hamm via Dortmund – Essen – Düsseldorf sowie über Hagen – Wuppertal – Köln. Nach dem Modell des legendären Fliegenden Kölner aus den dreißiger Jahren legen zwei Halbzüge die Strecke ab Hamm nach Berlin als Ganzzug zurück. Daher wurde auf einen zweiten Triebkopf verzichtet und stattdessen ein Steuerwagen eingesetzt.


Der ICE 3

Der ICE 3 setzte neue technische Maßstäbe mit seiner Spitzengeschwindigkeit und seiner verschleißfreien Wirbelstrombremse. Deutschlands schnellster Zug ist ein echter Triebzug, hat also keine herkömmlichen Lokomotiven (Triebköpfe) mehr wie seine Vorgänger. Insgesamt wurden bislang 63 ICE 3-Züge beschafft, davon sind 37 ausschließlich für den Einsatz auf dem deutschen Streckennetz bestimmt. Diese Züge der Baureihe 403 erreichen bei einer Leistung von 8.000 kW eine Höchstgeschwindigkeit von 300 km/h. Auch Steigungen von bis zu 40 Promille sind für den ICE 3 kein Problem. Am Anfang und Ende des Zuges befindet sich ein spezielles Abteil,die Lounge, das durch eine Glaswand vom Lokführer getrennt ist. Hier können die Fahrgäste dem Lokführer bei seiner Arbeit über die Schulter schauen.


Der ICE 4

Der ICE 4 soll als Ersatz für die IC Einheiten dienen, die in den Jahren 1971-1991 auf die Schienen gesetzt wurden. Dazu werden 130 Triebzüge gebaut, 85 als 12-teilige Einheit und 45 als 7 teilige Einheit. Seit Dezember 2017 sind die ersten Triebzüge im Regeleinsatz auf der Strecke Hamburg-Stuttgart. Ein Option für weitere Züge liegt vor, mit denen dann später die ICE1 und ICE2 Züge ersetzt werden sollen. Der Einsatz ist zunächst für Deutschland, Österreich und der Schweiz vorgesehen

Mehrsystem für die Fahrt ins benachbarte Ausland

Da die Neubaustrecke Köln – Rhein/Main mit ihrer zentralen Lage für internationale Verbindungen nach Österreich, in die Schweiz, nach Belgien, Frankreich und in die Niederlande prädestiniert ist,wurden 13 mehrsystemfähige ICE 3 beschafft. Diese Züge der Baureihe 406 fahren unter allen vier europäischen Stromsystemen. Allerdings ist in Gleichstromnetzen nur eine Leistung von 4.300 kW möglich, wodurch die Höchstgeschwindigkeit dann lediglich 220 Stundenkilometer beträgt.


Die Neigetechnk

Der ICE T kann sich bis zu acht Grad in die Kurve legen und ist damit auf kurvenreichen Strecken bis zu 20 Prozent schneller als herkömmliche Züge. Der ICE T ("T" steht für "tilt-technology", den englischen Begriff für Neigetechnik) ist der erste elektrisch getriebene Neigetechnik-Triebzug der Bahn. Ausgestattet mit der im Pendolino bewährten elektrohydraulischen Neigetechnik von Alstom-Fiat, legt sich der ICE T mit bis zu acht Grad in die Kurve. Dadurch können Kurven mit bis zu 30% höherer Geschwindigkeit durchfahren werden.


ICE mit Neigetechnik werden in verschiedenen Varianten geliefert. Mit elektrischem Antrieb als fünf- und siebenteiliger Zug. Alle Baureihen können miteinander gekuppelt und als Doppelzug gefahren werden. Der erste Einsatz dieser Züge erfolgte im Mai 1999 auf der Strecke Stuttgart - Zürich. Weitere Strecken sind hinzugekommen, so u. a. von München nach Hamburg (über Leipzig und Berlin) sowie von Dresden nach Saarbrücken (über Frankfurt/M.).


Die ICE's im Überblick

ICE 1
(BR 401)
ICE 2
(BR 402)
ICE 3
(BR 403)
ICE 3
(BR 406)
ICE 3
(BR 407)
ICE 4
(12-teilig)
(BR 412)
ICE T
(BR 411)
ICE T
(BR 415)
ICE TD
(BR 605)
Anzahl
60 Züge
44 Züge
50 Züge
17 Züge
17 Züge
170 Züge
32 Züge
11 Züge
19 Züge
Indienst-
stellung
1991 - 1993
1996 - 1998
2000 - 2001
2000 - 2001
2013 - 2016
seit 2017
1999 - 2000
1999 - 2000
2000
Leistung
in kW
2 ma 4800
4800
8000
8000
8000
9900
4000
3000
2240
Höchst-
geschwindigkeit²
280 km/h
280 km/h
330 km/h
330 km/h
320 km/h
250 km/h
230 km/h
230 km/h
200 km/h
Anzahl
Sitzplätze
je nach Wagenahl
bis zu 700
381
460
460
460
830
357
250
195
² Angabe für die Wechselstromausführung

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